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Pressemitteilung

SPD AltlĂĽnen informiert sich ĂĽber kostenlosen schienengebundenen Personennahverkehr

Zur diesjährigen Jahreshauptversammlung traf sich der SPD Ortsverein Altlünen in der Gaststätte „Haus Lüggert“. Wahlen standen in diesem Jahr nicht auf der Tagesordnung, so- dass sich die Versammlungsteilnehmer voll und ganz auf das Thema des Abends „Kostenloser ÖPNV – Ein Gewinn für Nutzer und Umwelt?“ konzentrieren konnten. Als fachkundigen Referenten begrüßte die Ortsvereinsvorsitzende Petra Dreiskemper zu diesem Thema Thomas Ressel, Geschäftsführer des Zweckverbandes Ruhr-Lippe (ZRL) und Mitglied der Geschäftsführung des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NZL).

Thomas Ressel erläuterte den anwesenden Genossen anhand einer PowerPoint-Präsentation die Zusammenhänge des ÖPNV mit Schwerpunkt des schienengebundenen Nahverkehrs. Hier zeigte er Chancen, aber auch Grenzen einer weiteren Entwicklung unter Einbeziehung möglicher Fahrgastzahl-Entwicklungen bei Einführung eines kostenlosen öffentlichen Nahverkehrs auf. Deutlich machte er, dass die Hauptziele eines kostenlosen ÖPNV, nämlich die Entlastung des Straßenverkehrsraumes und die Optimierung von Umwelt- und Gesundheitsschutz, grundsätzlich wünschenswert und anzustreben seien.

Gerade für den schienengebundenen Nahverkehr müssten allerdings die natürlichen Grenzen des Schienennetzes berücksichtigt werden. Bei im Falle eines kostenlosen ÖPNV zu prognostizierender verstärkter Nachfrage müssten zum einen größere Züge eingesetzt werden. Dafür benötige der Bahnbetreiber auch entsprechendes Fahrzeugmaterial. Der Beschaffungsprozess neuer Fahrzeuge durch das Eisenbahnbundesamt dauere ca. 4 Jahre.

Daneben könnte eine größere Nachfrage auch durch eine engere Taktung von Zügen befriedigt werden, was allerdings ggf. ebenfalls zusätzliche Fahrzeuge bei den Bahnbetreibern erforderlich machen und darüber hinaus aufwändige Planungsmaßnahmen mit ich bringen würde.

Als weiterer Aspekt ist die Beschaffenheit einzelner Bahnhalte und Bahnhöfe zu berücksichtigen, die bei größerer Beanspruchung auch zusätzliche Investitionen erfordern würden.

Und nicht zuletzt sei auch die Personalfrage zu lösen, weil das vorhandene Personal natürlich auch auf die Anzahl aktueller Züge und Fahrten kalkuliert ist.

Alles in allem Probleme und Fragestellungen, die die Altlüner Sozialdemokraten zu dem Schluss kommen lassen, dass ein kostenloser schienengebundener ÖPNV schon aus logistischen Gründen nicht mal eben so kurzfristig einzurichten ist. „Der Ortsverein wird allerdings an dem Thema dranbleiben“, äußerte sich der stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende  Rüdiger Billeb und ergänzte: „Die zu prognostizierenden positiven Auswirkungen auf die Umwelt und damit auch auf den Gesundheitsschutz der Bürgerinnen und Bürger sowie die zu erwartende Entlastung unseres Straßennetzes machen das Thema gerade auch für unsere Heimatstadt interessant.“  In einem nächsten Schritt plant der Ortsverein eine weitere Veranstaltung zu diesem Thema, dann mit Schwerpunkt „Busverkehr“, und wird dazu auch kompetente Gesprächspartner der Verkehrsgesellschaft im Kreis Unna (VKU und/oder der Westfälischen Verkehrsgesellschaft (WVG) einladen.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung blickte Petra Dreiskemper in ihrem Rechenschaftsbericht auf ein ereignisreiches Jahr fĂĽr den Ortsverein zurĂĽck, in dem der Ortsverein zahlreiche eigene Veranstaltungen durchfĂĽhrte und solche im Ortsvereinsbereich und darĂĽber hinaus besuchte. Die Jahreshauptversammlung erteilte dem Vorstand einstimmig die Entlastung.